Solaroffensive Erlangen und Erlangen-Höchstadt gefordert

Interview mit den Erlanger Nachrichten

In einem Interview mit den Erlanger Nachrichten am 19. Mai 2015 forderte unser Vorsitzender Stefan Jessenberger gemeinsam mit Prof. Martin Hundhausen, Vorsitzender des Vereins Sonnenenergie Erlangen e.V. sowie Herbert Fuehr, Vorsitzender der Kreisgruppe Erlangen des Bund Naturschutz neben dem Einsatz unserer Bundestagsabgeordneten im Rahmen der Novellierung des EEG auch verstärkte Anstrengungen der Lokalpolitik für die Energiewende und den Klimaschutz.

Beide Gebietskörperschaften haben sich ambitionierte Klimaschutzziele gesetzt, die es gemeinsam mit der Bevölkerung, der Wirtschaft, Unternehmen, öffentlichen Einrichtungen und anderen Institutionen umzusetzen gilt.

So hat der Landkreis gemäß seinem Klimaschutzkonzept das Ziel bis 2030 eine installierte Leistung an Photovoltaik von Insgesamt 220 MW, aufgeteilt in 190 MW an Aufdach‐Anlagen und 30 MW an Freiflächen-Anlagen im Landkreis am Netz zu haben.

Die Stadt Erlangen möchte gemäß ihres Stadtratsbeschlusses vom 26.05.2011 bis 2030 50 % ihres Strombedarfs mittels Erneuerbaren Energien decken und sieht gemäß dem kürzlich vorgestellten Klimaschutzkonzept gerade in der Photovoltaik das größte Potential den Anteil von aktuell 3,1 % auf eigenem Stadtgebiet gewonnenen Strom aus EE-Anlagen auf rund 16 % zu erhöhen.

Um diese richtigen und wichtigen Ziele zu erreichen bedarf es verstärkter Anstrengungen von Stadt und Landkreis, da sich der aktuelle Zubau gemäß den vorliegenden Zahlen auf einem sehr niedrigen Niveau bewegt. Und dies obwohl sich die Errichtung einer PV-Anlage auf dem eigenen Dach nach wie vor nicht nur für den Klimaschutz sondern auch für den Geldbeutel rechnet. Verstärkte Anstrengungen seinen insbesondere auf politischer Ebene erforderlich, um das Thema bei allen relevanten Akteuren wieder stärker ins Bewusstsein zu rücken und um eine aktive Mitwirkung zu werben.

Solar-Regionalliga gefordert

Unser gemeinsamer Vorschlag sieht die Einrichtung einer „Solar-Regionalliga“ für die Stadt Erlangen sowie den Landkreis Erlangen-Höchstadt mit seinen Kommunen vor. Ziel sollte es sein, durch eine politisch unterstützte öffentliche Kampagne das Bewusstsein in der Bevölkerung, bei Unternehmen und anderen Institutionen für die Notwendigkeit des Ausbaus der Solarenergie und hier gerade der Photovoltaik zu stärken. Ziel des Wettbewerbs soll sein, die Errichtung von 1.000 PV-Anlagen sowohl im Stadtgebiet als auch in den Kommunen des Landkreises anzureizen. In drei Kategorien sollten jährlich aus Privatpersonen, Gewerbe- und Handel sowie Industrie jeweils drei Gewinner ermittelt und mit Preisen sowie einer öffentlichen Ehrung belohnt werden.

Bei einer durchschnittlichen Anlagengröße von 10 kWp im Landkreis sowie 7 kWp im Stadtgebiet könnten so bei jährlich jeweils 1.000 neuen Anlagen bis 2030 rund 240 MWp Leistung zusätzlich installiert sein, was eine jährliche Reduktion der CO2-Emissionen um rund 190.000 Tonnen erwirken würde.

In Gesprächen mit den politischen Vertretern aus Stadt und Landkreis soll der Vorschlag nun weiter beworben und konkretisiert werden, so dass es vielleicht schon Ende 2016 zur Auslobung eines solchen Wettbewerbs kommen könnte.

Abschaffung der Sonnensteuer gefordert

Im Gespräch wurde zudem die Abschaffung der sog. Sonnensteuer auf Strom aus der hauseigenen PV-Anlage gefordert. Die seit 2014 erhobene anteilige EEG-Umlage auf solaren Eigenverbrauch wirkt als Ausbauhemmnis und konnte keine spürbaren Entlastungseffekte erzielen (lediglich ca. 0,002 Cent je KWh). Sie sollte daher abgeschafft werden. Dies würde auch eine soziale Ungerechtigkeit in der Benachteiligung von Mietern bewirken. Derzeit müssten Mieter bei sog. Mieterstrommodellen die volle EEG-Umlage für den Strom aus Anlagen vom Dach ihres Hauses zahlen. Derzeit 6,35 ct/kWh statt 2,2 ct/kWh für Eigentümer. Hierdurch werden Mieterstrommodelle kaum mehr umgesetzt. Mietern wird somit die Nutzung von günstigem Solarstrom vom eigenen Dach verwehrt und die Nutzung großer Dachflächenpotentiale auf Mietshäusern erheblich erschwert.

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