Energiewende nur mit neuen Stromtrassen?

Informations- und Diskussionsveranstaltung zum Thema Netzausbau
am 19. Juli, um 19:30 Uhr im Gewerkschaftshaus der IG Metall in Erlangen

Zusätzliche Hochspannungsleitungen oder mehr dezentrale Anlagen zur Energieerzeugung und Speicherung?  Oder gar beides? Diese Fragen stellen sich angesichts des von den vier deutschen Übertragungsnetzbetreibern (ÜNBs) vorgelegten Netzentwicklungsplan Strom 2012 (NEP Strom 2012) ( http://www.netzentwicklungsplan.de/ ).

Auf Basis der energiepolitischen Ziele der Bundesregierung und des hierbei angenommenen weiteren massiven Zubaus küstennaher Windenergieerzeugung an Land und auf See in den Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen, sind im NEP Strom 2012 in unterschiedlichen Szenarien teils erhebliche Ausbauten des deutschen Hoch- und Höchstspannungsnetzes insbesondere von Nord nach Süd vorgesehen. Die hierfür notwendigen Kosten werden auf bis zu 20 Mrd. € veranschlagt.

Unbestritten ist, dass an der Küste und insbesondere auf See höhere Windgeschwindigkeiten vorherrschen, als im Binnenland. Hieraus jedoch eine Legitimation für den bevorzugten Ausbau der Windkraftanlagen auf See abzuleiten ist fraglich. Insbesondere, wenn hierzu eine mit 19 ct/kWh erzeugtem Strom mehr als das doppelt so hohe Einspeisevergütung gewährt werden muss, als für Strom aus Windkraftanlagen im Binnenland. Diese von den Stromkunden zu tragenden höheren Kosten sowie die massiven Netzausbaukosten werfen die dringende Frage nach Alternativen auf.

Diese sind z. B. der weitere und beschleunigte Ausbau der Erneuerbaren Energien in den Verbraucherländern im Süden und Südwesten sowie der Auf- und Ausbau dezentraler Stromspeicher.
Für viele Experten liegt hierin der Schlüssel zu einer kosteneffizienten und schnellen Energiewende, die auf regionale Strukturen und regionale Wertschöpfungskreisläufe setzt und zudem bei der Finanzierung der Projekte auch Bürgern und mittelständischen Investoren Möglichkeiten der Beteiligung eröffnet.

Um mehr über die treibenden Faktoren für den vorgelegten Netzentwicklungsplan sowie mögliche Trassen-Neubauten in der Region Mittelfranken und speziell im Landkreis Erlangen-Höchstadt zu erfahren, lädt die Initiative „Energiewende ER(H)langen“ in einem überparteilichen Bündnis gemeinsam mit Bündnis90/Die Grünen, der CSU sowie der ÖDP alle interessierten Bürger zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung ein.
Informationen aus ersten Hand werden hierbei von Carsten Siebels von der Tennet TSO GmbH, dem für die Region zuständigen Übertragungsnetzbetreiber und einem der vier Autoren des NEP präsentiert.

Mögliche Alternativen zum Netzausbau sollen im Anschluss an die Präsentation mit Wolfgang Geus, dem Vorstand der Erlanger Stadtwerke AG sowie Dr. Thomas E. Banning, dem Vorstand der Forchheimer Naturstrom AG diskutiert werden.

Der Austausch der Argumente lässt auf eine spannende Veranstaltung hoffen und soll die Zuhörer in die Lage versetzen, sich an der zweiten Phase des Konsultationsprozesses des Netzentwicklungsplanes ab August beteiligen zu können.

Die Veranstaltung findet statt am Donnerstag den 19. Juli, um 19:30 Uhr im Gewerkschaftshaus der IG Metall in der Friedrichstr. 7 in Erlangen.

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